Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen fordert Aufklärung auf allen Ebenen

Kategorien:  Resistenzen 

Beratung in der Apotheke zum sachgemäßen Umgang mit Antibiotika

Gegen Antibiotika resistente Bakterien, an denen auch in Deutschland jährlich bis zu 15.000 Menschen sterben, haben es auf die Agenda des vergangenen G-7-Gipfels in Elmau geschafft. Dies zeigt, dass die Eindämmung von Antibiotika-Resistenzen schon längst ein Thema mit globalem Handlungsbedarf ist. Der Einsatz von Antibiotika muss eingeschränkt werden, um auch zukünftig eine Wirksamkeit in der Human-  und Veterinärmedizin zu gewährleisten, so der gemeinsame Konsens beim G7-Gipfel im Juni 2015. Aber auch auf nationaler Ebene sagt die Bundesregierung den Superkeimen den Kampf an: Im Kabinett wurde Mitte Mai 2015 die „Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie“ (DART 2020) überarbeitet (die DART wurde bereits 2008 das erste Mal vorgelegt), in der unter anderem auch eine größere Sensibilisierung der Bevölkerung für die Resistenzproblematik gefordert wurde, um die Wirksamkeit von Antibiotika zu erhalten. Hierfür ist ein Zusammenspiel aller Verantwortlichen nötig. Nicht nur den verschreibenden Ärzten kommt bei der Patienten-Aufklärung zum sachgemäßen Umgang mit Antibiotika ein großer Stellenwert zu. Auch Apotheken sehen sich in der Beratungspflicht, denn diese haben  pro Jahr in etwa eine Milliarde Patientenkontakte.

10-Punkte-Plan zur Vermeidung von Antibiotika-Resistenzen: Bundesgesundheitsminister Gröhes Ankündigungen – kritisch gewürdigt…

Kategorien:  Antibiotika in der Tierzucht,  Gesundheitspolitik,  Resistenzen 

Wenn heutzutage Minister und Ministerinnen zu bedeutsamen Problemen länger schweigen und danach Vorschläge zur Behebung vorlegen, so werden häufig bedeutungsschwangere 10-Punkte-Programme lanciert. Damit die Öffentlichkeit merke, dass man sich tatsächlich „mit großem Ernst“ einer wichtigen Sache annehmen wolle. So verbreitete der damalige Verbraucherschutzminister Seehofer schon bei den ersten großen Gammelfleisch-Vorkommnissen im Jahr 2006/2007 eine entsprechende Maßnahmenliste – von der jedoch nicht viel übrig blieb. Ähnlich war es bei seiner Nachfolgerin Ilse Aigner angesichts des Pferdefleischskandals 2012/2013 („Wer reitet so spät durch Nacht und Rind: es ist die Lasagne, diesmal ohne Rind“). Auch von dieser Liste wurde nicht viel abgearbeitet. Dabei waren die üblichen politischen Reflexe zu beobachten: Druck erzeugt Gegendruck, z.B. durch massive Gegenarbeit betroffener (Wirtschafts-) Kreise. Irgendwann ist die mediale Aufmerksamkeit dann ausgeritten – und das Problem in der öffentlichen Wahrnehmung wieder ein „Problemchen“.

Antibiotika-Einsatz in der Humanmedizin: Fehlbehandlungen und wirkungsloser Einsatz sind an der Tagesordnung…

Kategorien:  Infektionskrankheiten,  Resistenzen 

In letzter Zeit tobt in der Laienpresse wieder eine Debatte um die Frage, wer an der Misere der Resistenzentwicklung gegenüber konventionellen Antibiotika schuld sei. Als Leitmedium fungiert hierbei ein Organ der sog. Qualitätspresse, die renommierte ZEIT aus Hamburg – übrigens vom Autor dieser Zeilen seit Studienzeiten abonniert. Während einige Artikel der Serie gute Hintergrundinformationen zu Resistenzen aufzeigen, können andere Behauptungen, z. B. unter der Überschrift: „Die Rache aus dem Stall“, nicht unwidersprochen bleiben, denn die Ursache der Resistenzentwicklung kann sicher nicht nur an einer Stelle im System gesucht werden. Das zeigt auch die Vielzahl und Heftigkeit vieler Reaktionen, z. B. in den Kommentarseiten der Online-Ausgabe, darunter auch von Fachverbänden wie dem Verband der Agrarjournalisten (VDAJ) in einem offenen Brief an Chefredakteur Giovanni di Lorenzo. Der VDAJ nannte die o. a. Berichterstattung „reißerisch, einseitig recherchiert und ehrverletzend“.¹

Antibiotika-Resistenzen: Welche Rolle spielen Kläranlagen von Kommunen und Kliniken?

Kategorien:  Allgemein,  Umwelt,  Resistenzen 

Verfolgt man die Diskussion über die dramatische Zunahme von Resistenzen gegenüber chemisch-synthetischen Antibiotika, so mutet manche Äußerung an, als ginge es darum, den „Schwarzen Peter“ zwischen der Humanmedizin und der Landwirtschaft/Veterinärmedizin hin- und herzuschieben (siehe die durchaus einseitige Entschließung des 72. Bayerischen Ärztetages – s. hier). Dabei ist der Sachverhalt – wie so häufig – komplexer. Aktuell wird z. B. im jüngsten deutschen Arzneiverordnungsreport über eine erneute Zunahme des Antibiotika-Verbrauches berichtet2: Die Zahl der Verordnungen stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um stolze 6,4%. Ob es zu einer Verbreitung von resistenten Keimen  über Kläranlagen kommt, ist aufgrund der stetig steigenden Antibiotika-Verordnungen eine berechtigte Frage…. 

Natürliche Reiseapotheke

Kategorien:  Atemwegsinfekte,  Infektionskrankheiten,  Harnwegsinfekte 

Sommer, Sonne, Strand und Meer – so stellen wir uns den perfekten Urlaub vor! Wenn die vermeintlich schönste Zeit des Jahres allerdings von gesundheitlichen Beschwerden wie Durchfall, Erkältung, Verstopfung oder Schlafstörungen durchkreuzt wird, ist schnelle Hilfe gefragt. Denn wer im Ausland nach einer Apotheke mit fachkundiger Beratung sucht – vor allem hinsichtlich natürlicher Behandlungsmethoden –, der wird es vielerorts schwer haben. Zudem haben ausländische Präparate meist andere Namen und entsprechen oft nicht den deutschen Qualitätsstandards, da unsere Ansprüche bezüglich Wirksamkeit und Sicherheit nicht überall gelten. Daher empfiehlt es sich, für die typischen, häufig gerade im Urlaub auftretenden Beschwerden, schon zu Hause einen naturheilkundlichen Begleiter ins Gepäck zu legen. Hier finden Sie eine Auswahl häufiger gesundheitlicher Beschwerden mit einer empfehlenswerten pflanzlichen Behandlungsoption, die Ihre Reiseapotheke sinnvoll ergänzt.

Antibiotikaresistenzen in der Nahrungsmittelkette…

Kategorien:  Allgemein,  Umwelt,  Antibiotika in der Tierzucht 

…so lautete der knappe Titel einer internationalen Tagung, veranstaltet vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im November 2013. Das BfR ist als Bundesoberbehörde mit weit über 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Geschäftsbereich des Bundes-Landwirtschaftsministeriums angesiedelt und soll Risiken erkennen, bewerten und kommunizieren. 

Vorsicht beim Einsatz von Nasensprays – Anwendungsdauer begrenzen und auf Hygiene achten!

Kategorien:  Atemwegsinfekte,  Forschung 

Wer aufgrund einer starken Erkältung mit juckender und verstopfter Nase kaum noch durchatmen kann, der greift zur Linderung der Beschwerden gerne zu abschwellenden und teilweise pflegenden Nasensprays. Doch diese sind für Betroffene nicht nur Segen: Zwar wissen die meisten Patienten, dass gerade abschwellende Präparate zu einem Gewöhnungseffekt führen können und bei dauerhaftem Einsatz die Nasenschleimhaut nachhaltig schädigen können. Was jedoch wahrscheinlich weniger bekannt ist: Eine regelmäßige Anwendung von Nasensprays birgt zudem die Gefahr, sich immer wieder neu mit den Krankheitserregern zu infizieren. Denn aktuelle Ergebnisse einer australischen Studie1 bestätigen, dass sich eine Vielzahl von Bakterien auf dem Sprühkopf von steroidhaltigen Nasensprays tummeln… 

ADEP – eine „neue Substanz“, die Bakterien in den Selbstmord treibt

Kategorien:  Forschung 

Die galoppierende Zunahme gefährlicher Resistenzen gegenüber verschiedensten Antibiotika wurde in diesem Blog schon vielfach thematisiert. Es verwundert nicht, dass sich viele Wissenschaftler mit dem Groß-Thema „antibiotikaresistente Substanzen“, das Aufmerksamkeit und möglichen wirtschaftlichen Erfolg verspricht, beschäftigen. Viele Versuchsdaten aus aktuellen Studien werden im Vergleich zu früher sehr früh und „populär“ über alle Medienkanäle vermarktet, um Hoffnungen zu wecken und vielleicht auch, um Forschungsgelder loszueisen oder wirtschaftliche Interessenten zu finden. Insofern sind derartige Meldungen immer mit einer kritischen Distanz zu werten. 

Synthetische Rückstände in der Umwelt – viele Nadelstiche ergeben mindestens einen großen Stich…

Kategorien:  Allgemein,  Umwelt 

Wir sind umgeben von vielen künstlich synthetisierten Stoffen. In der EU gibt es allein die unvorstellbare Zahl von 150.000 gesetzlich geregelten Rückstandshöchstmengen! Zu diesen chemisch-synthetischen Stoffen gehören auch viele Arzneimittel, die als unbeabsichtigte Rückstände, z.B. im Wasser, zunehmend Probleme bereiten. Wir nehmen also voraussehbar immer eine Vielzahl von Fremdstoffen mit Nahrung und Trinkwasser zu uns, auch wenn die gesetzlichen Höchstmengen in den allermeisten Fällen für die Einzelstoffe bei weitem nicht überschritten werden. Wie ist das aber mit den Stoffgemischen, mit den vielen kleinen Nadelstichen? Machen die wirklich nichts?

Blasenentzündung: Nicht jede Frau will Antibiotika

Kategorien:  Infektionskrankheiten,  Harnwegsinfekte 

Ständiger Harndrang, Schmerzen im Unterleib, Blut im Urin oder Brennen beim Wasserlassen sind Symptome, die in der Regel auf eine Blasenentzündung hindeuten. Stellt der Arzt die entsprechende Diagnose, wird meist ein Antibiotikum verschrieben. Dass dies nicht immer im Sinne der Patientin ist, zeigt eine aktuelle Studie aus Holland.