Was ist ein Harnwegsinfekt?

Auslöser sind in den meisten Fällen Bakterien

Fast vier Millionen Menschen, meist Frauen, leiden jährlich an zum Teil immer wiederkehrenden Blasenentzündungen. Als Harnwegsinfektion wird eine Entzündung der ableitenden Harnwege (Harnröhre, Harnblase, Harnleiter, Nierenbecken) bezeichnet.

Meist wird sie durch Bakterien, vor allem Darmbakterien, hervorgerufen. Diese können von der Harnröhre über die Harnblase weiter nach oben in die Harnleiter und über die Nierenbecken bis zu den Nieren aufsteigen. Hier können Sie Entzündungen hervorrufen, die im schlimmsten Fall bis zum Nierenversagen führen. Man unterscheidet zwei Formen: die untere Harnwegsinfektion (Zystitis) und die obere Harnwegsinfektion, bei der das Nierenbecken betroffen ist (Pyelonephritis).

Frauen sind häufiger betroffen als Männer

Besonders häufig trifft es junge, sexuell aktive Frauen. Begünstigende Faktoren für das Wachstum von Bakterien sind aber auch Schwangerschaft und Geburt und ein durch die Wechseljahre bedingter Östrogenmangel. Männer erkranken deutlich seltener an einer Blasenentzündung. Ihre längere Harnröhre (24 cm statt 2,5 bis 5 cm bei den Frauen) schützt sie besser vor eindringenden Keimen. Bei älteren Männern kann eine vergrößerte Prostata den Harnabfluss stören und so Blasenentzündungen begünstigen.

Die Symptome der Harnwegsinfektion sind sehr unangenehm, denn neben den Schmerzen und dem Brennen im Unterleib kommt der ständige Harndrang mit geringen Urinmengen als lästige Begleiterscheinung hinzu. Die Blasenentleerung fällt schwer und geht zum Teil mit Krämpfen einher. Um Komplikationen zu vermeiden, ist es sehr wichtig, frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen.

Problemfall wiederkehrende Blasenentzündungen

Etwa jede dritte Frau erleidet einmal im Jahr einen Harnwegsinfekt - bei bis zu 20% der Betroffenen tritt er sogar immer wieder auf. Gründe für wiederkehrende Blasenentzündungen sind z.B. Harnsteine, Katheter, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Pilzinfektionen der Scheide. Der wiederholte Einsatz von chemisch-synthetischen Antibiotika ist häufig mit Nebenwirkungen verbunden (Hautausschläge, Pilzinfektionen der Scheide, Schwächung des Immunsystems und Schädigung der Magen-Darm-Flora). Auch sind Antibiotika-Resistenzen ein verbreitetes Problem. Die Resistenzsituation erfordert neue Behandlungsansätze: Pflanzliche Präparate können bei unkomplizierten, häufig wiederkehrenden Blasenentzündungen eine Alternative darstellen.

Infekt des Harnwegs

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