Wie wirken chemisch-synthetische Antibiotika?

Chemisch-synthetische Antibiotika sind antibakterielle Chemotherapeutika, welche schon in geringen Mengen das Wachstum von Bakterien hemmen oder diese abtöten. Zur Behandlung von bakteriellen Infektionen steht dem Arzt eine große Auswahl verschiedener Antibiotika zur Verfügung. Jedes hat sein eigenes Wirkspektrum, d. h. gegen manche Bakterien wirkt es, gegen andere nicht.

Je nach Wirkspektrum unterscheidet man:

Schmalbandantibiotika

Pillenglas

Sie greifen gezielt nur spezielle Bakterien an. So wird zum Beispiel im Fall einer Mandelentzündung in der Regel Penicillin verordnet. In der Praxis werden die Schmalbandantibiotika aus Zeit- und Kostengründen jedoch eher selten verschrieben. Denn für die Suche nach dem jeweiligen Erreger ist eine aufwendige Laboruntersuchung erforderlich.

Breitbandantibiotika

Sie wirken gegen viele Bakterien. Durch die breitere Wirkung kommt es aber auch häufiger zu Nebenwirkungen.

Wunderwaffe mit Schattenseiten

Aufgrund der Nebenwirkungen sollte man je nach Krankheit genau abwägen, ob der Einsatz eines Antibiotikums wirklich erforderlich ist. Denn die einstige Wunderwaffe der Medizin hat auch ihre Schattenseiten. Chemisch-Synthetische Antibiotika greifen zum Beispiel auch die für uns nützlichen Bakterien von Darm und Schleimhäuten an. Dadurch wird unter anderem das natürliche Gleichgewicht der Darmflora gestört: Durchfälle und ein geschwächtes Immunsystem können die Folge sein.

Durch das gestörte Gleichgewicht der Schleimhäute im Genitalbereich kann es darüber hinaus zu Pilzinfektionen kommen. Allergien gegen Antibiotika können sich z.B. durch Hautausschläge äußern. Vorsicht bei der Verhütung: Bei einigen Antibiotika ist die empfängnisverhütende Wirkung der Pille nicht mehr sicher.

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